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  • Sascha Wagner

Tod und Sterben

Heute befasse ich mich mit einem Thema….dass mich schon sehr lange begleitet und dies betrifft jeden Menschen in unterschiedlichen Maße. Mit 10 Jahren begann ich mich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Den Auslöser kann ich nicht mehr erkennen, da niemand in der Zeit bei mir gestorben ist, oder ich eine sonstige bewusste Berührung damit hatte. Ich denke heute, ich habe damals eine gewisse Reife erlangt, da ich mich sehr ins Lesen verkrochen habe.


Begonnen hatte es damit, dass ich einfach Panik bekam. Ich habe mir versucht vorzustellen wie es ist, nicht mehr zu sein. Ich wusste, mein Körper wird aufhören zu existieren, ich wusste, dass mein Bewusstsein nicht mehr existieren würde, ich wusste dass da nichts mehr sein würde. Aber was sollte danach kommen? Und so begann ich nach den Konzepten von „nach dem Tod“ zu forschen. Religion, Mythen und Legenden, Reinkarnation, letztendlich mit den vier Möglichkeiten die den Tod aus Sicht eines Lebewesens beschreiben konnte.


Wikipedia schreibt hierzu:

1. Der Tod ist das endgültige Ende der körperlich-organischen und der aktiven, physisch feststellbaren geistigen Existenz eines Lebewesens (z. B. Ganztodtheorie)

2. Der Tod ist nur eine Phase, die schließlich zu einem neuen individuellen Leben führt (Wiederverkörperung durch Reinkarnation)

3. Der Tod ist der unumkehrbare Übergang in einen anderen Seinszustand (Weiterleben in einem Totenreich, Jenseits, Auferstehung, Himmel, Unsterblichkeit) s. a. Leben nach dem Tod

4. Leben und Tod sind indifferent (in einigen mystischen Richtungen, wie im Zen)


Nun, für mich als 10 bis 16 Jähriger Bengel war alles…..Lebensbedrohlich. Ich fiel in Schwarze Löcher, ich flog ins Nichts und ich hatte sowohl vor dem Tod als auch dem ewigen Leben Angst….Todesangst. Ich glaube das letzte Mal war es mit 18, dass ich in so ein Loch gefallen bin. Literatur und persönliche Gespräche mit all den Menschen darüber, haben zwar mein Wissen stark bereichert, dennoch fand ich keine Antworten auf meine Fragen.

Das änderte sich erst, als ich als Kinderkrankenpfleger und letztendlich auch durch Todesfälle in meinem näheren Umfeld, mit dem Tod und dem Sterben in Kontakt gekommen bin. Ich erlebte was Tod und Sterben bedeutet. Ungeborene, Säuglinge, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und schließlich auch alte Menschen, sie starben und jedes Sterben ist so individuell wie eine Geburt. Ich habe unfassbare Angst erlebt, aber auch viel Humor und Liebe. Es gab Momente die mich tief berührten und andere Situationen die verstörend waren. Ich habe die wahre Einsamkeit erlebt, aber auch wunderbare Verbundenheit. Ich habe Verdrängung und Hoffnungslosigkeit gesehen, aber auch tiefe Erkenntnis. Und darin konnte ich dann meinen Weg mit diesem Thema entdecken und die Sinnhaftigkeit, die das Sterben und der Tod bedeuten. Dies ist für mich essentiell, den Sinn zu verstehen….wie wichtig er ist für das Leben. Der Tod, das Sterben ist ein unermesslicher Antrieb für das Leben und der Schönheit darin….und wie wichtig er ist um zu erkennen wer wir sind.

Die australische Sterbebegleiterin Bronnie Ware veröffentlichte 2011 einen Erfahrungsbericht darüber, was Menschen im Angesicht des Todes am meisten bedauern. An erster Stelle steht der Wunsch, „den Mut gehabt zu haben, mein eigenes Leben zu leben.“ Viele beklagten, zu oft Erwartungen anderer entsprochen zu haben, statt ihren eigenen Wünschen nachgegangen zu sein: „Warum habe ich nicht das getan, was ich wollte?“ Vor allem Männer bedauerten in ihren letzten Tagen und Stunden, zu viel ihrer Lebenszeit in der „Tretmühle des Arbeitslebens“ verbracht und sich zu wenig um Kinder, Partner und Freunde gekümmert zu haben. Das dritte Reuemotiv: „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle zu zeigen.“ Das vierte Bedauern: „Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Verbindung geblieben.“ Und das fünfte Motiv: „Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, mir mehr Freude zu gönnen und glücklicher zu sein.“


Wir können also von Sterbenden lernen, was es bedeutet zu Leben. Inzwischen hat sich die Auseinandersetzung mit dem Tod bei mir eine andere Form angenommen. Es geht inzwischen in experimentierende Formen über: Eine OP, bei der ich in Narkose gelegt werde und …..sterbe. Eine Initiation, die sich mit dem Tod beschäftigt. Ein Jahr in dem ich mich auf den Tod vorbereite. Meditation. Und immer wieder stelle ich fest….ja ich habe eine scheiß Angst vor dem Tod, ich habe riesige Angst vor dem Sterben und ich bin wahnsinnig glücklich zu leben und ich weiß schlussendlich, es wird alles nichts ändern…..ich werde sterben….ich werde Tod sein.

Ich freu mich auf euch, ich freu mich, mit euch zu Leben 😊

Sascha


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